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Zur Energieeinsparung: Schließung von drei Hallenbädern

Der städtische Eigenbetrieb NürnbergBad schließt von Samstag, 16. Juli, bis Sonntag, 25. September 2022, drei der vier städtischen Hallenbäder.

Mit diesem Schritt setzt die Stadt vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Energiekrise eine erste Maßnahme zur Energieeinsparung um. Die Freibäder bleiben mit verlängerten Öffnungszeiten geöffnet.

Von Samstag, 16. Juli, bis Sonntag, 4. September ist von den vier städtischen Hallenbädern nur das Langwasserbad, Breslauer Straße 251, geöffnet. Von Montag, 5. September, bis Sonntag, 25. September, ist nur das Südstadtbad, Allersberger Straße 120, geöffnet. Das Katzwangbad, Helmut-Bloß-Straße 6, und das Nordostbad, Elbinger Straße 85, bleiben durchgängig geschlossen. Die Badesaison in den drei Nürnberger Freibädern, Westbad, Wiesentalstraße 41, Stadionbad, Hans-Kalb-Straße 42 sowie Naturgartenbad, Schlegelstraße 20, wird bis einschließlich Sonntag, 25. September, verlängert. Schulen, Vereine und externe Partner von NürnbergBad werden am heutigen, Freitag, 8. Juli, über die Schließung informiert. Ihnen werden nach Möglichkeit alternative Wasserflächen zum Beispiel in den Freibädern angeboten. Die Schließung wird gleichzeitig genutzt, um in den geschlossenen Hallenbädern turnusmäßige Revisionsarbeiten zu erledigen.

"Ich unterstütze die Initiative von NürnbergBad, denn die durch den Ukrainekrieg verursachte Energiekrise verlangt nach deutlichen Sparmaßnahmen. Wir müssen uns auf mögliche Einschränkungen der Gasversorgung rechtzeitig vorbereiten, sagt Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König.

NürnbergBad ist einer der großen städtischen Verbraucher von Wärme und Strom. Insgesamt benötigt der gesamte Betrieb inklusive dreier Freibäder und vier Hallenbäder pro Jahr einen Wärmebezug von circa 9,4 Millionen Kilowattstunden Fernwärme und circa 800 000 Kilowattstunden Gas. Durch die Bäderschließung für 72 Tage macht NürnbergBad Wärmeenergie für 383 Haushalte oder rund 1 500 Menschen in Nürnberg frei; nämlich 755 000 Kilowattstunden sowie Strom für 789 Haushalte oder 3100 Menschen, insgesamt 570 000 Kilowattstunden. Auch die Freibäder laufen derzeit ohne zusätzliche Beckenbeheizung. Das ist eine Gesamtenergieeinsparung von 1,3 Gigawattstunden.

„Die Lage ist ernst und ich habe mich in Absprache mit den Kolleginnen und Kollegen der Stadtspitze dazu entschieden, diesen Schritt zu gehen. Ich bin dankbar, dass meine Entscheidung auch von den großen Fraktionen im Stadtrat nicht nur begrüßt, sondern auch in dieser Form mitgetragen wird. Klar ist: Wir müssen Energie einsparen. Klar ist aber leider auch, dass eine merkliche Einsparung nicht ohne Einschnitte und möglichen Unannehmlichkeiten geht. Sonst hätten wir den Schritt längst getan. Wir wissen, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern einige Zumutungen abverlangen und hoffen, sie verstehen unseren Schritt. Ich bin aber auch sicher, dass die Menschen die Notwendigkeit der Maßnahme erkennen und flexibel sind und zum Beispiel statt dem Außenbecken im Nordostbad mal ins Westbad gehen“, sagt Bürgermeister Christian Vogel und Erster Werkleiter von NürnbergBad. „Wir müssen gemeinsam den Anforderungen Rechnung tragen und zwar frühzeitig.“

Nürnbergs Schul- und Sportreferentin Cornelia Trinkl fügt hinzu: „Es ist ein gutes und wichtiges Signal, dass trotz der Schließung die Schwimmlernkurse von „Seepferdchen“ weiter durchgeführt werden können. Schwimmen zu Lernen hat für uns höchste Priorität, weil es Leben rettet und Schwimmkurse während der Corona-Pandemie nur eingeschränkt umgesetzt werden konnten. Auch im Leistungssportbereich können die Angebote glücklicherweise aufrechterhalten werden.

Unabhängig von der Entscheidung, die Hallenbäder im Sommer zu schließen, hat Bürgermeister Christian Vogel im Frühjahr diesen Jahres NürnbergBad beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, wie der Eigenbetrieb mittel- und langfristig Energie durch organisatorische und technische Lösungen einsparen kann. Es muss dabei alles auf den Prüfstand; Aufwand und Nutzen müssen sich rechnen. Bauliche Maßnahmen erzeugen möglicherweise auch zusätzliche Investitionen. Genau diese Themen müssen nun erfasst und von Fachleuten bewertet werden. Das Konzept soll Ende dieses Jahres im Werkausschuss NürnbergBad vorgestellt werden.